08-10-2019

Glaukom (Grüner Star) - Wenn das Sehvermögen klammheimlich "gestohlen" wird

Krankheiten bemerkt man normalerweise sehr deutlich. Die Grippe beispielsweise äußert sich in Fieber, Abgeschlagenheit und weiteren Symptomen, das Magengeschwür in teilweise heftigen Bauchschmerzen und Fußpilz juckt unglaublich. Die große Ausnahme von dieser Regel ist das Glaukom, im Volksmund auch Grüner Star genannt.

 

Bei dieser chronischen Augenkrankheit gehen Sinneszellen in Netzhaut und
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Sehnerv
zugrunde, ohne dass der Betroffene in der Regel etwas bemerkt. Man kann über Jahre Glaukom ohne subjektive Beschwerden haben, ohne sich also der Krankheit bewusst zu sein. Deswegen wird das Glaukom auch "Dieb in der Nacht" genannt.

Die Schädigungen - Einschränkungen des Gesichtsfeldes - treten zunächst in der Peripherie des Sehens auf und nicht im Zentrum, den Sitz der
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Sehschärfe
, wo sich eine Störung sofort bemerkbar machen würde. Man kann beispielsweise auf einem Auge ausgedehnte Gesichtsfeldausfälle haben und diese nicht bemerken, da das andere Auge einiges kompensiert. Und, besonders tückisch: bei einem über so lange Zeiträume bestehenden Leiden fühlt das Gehirn quasi die Lücken aus. Der Patient im fortgeschrittenen Glaukomstadium bemerkt also keine schwarzen Flecken oder weiße Lücken, die Ausfälle sind so grau wie eine gerade betrachtete Häuserwand oder so grün wie eine Wiese im Blickfeld.

Vieles an der Glaukomkrankheit ist noch nicht restlos erforscht; der wichtigste Risikofaktor ist ein erhöhter Druck im Auge. Augenärzte raten ab einem bestimmten Alter, ab ca. 40 oder 45 Jahre, zu einer vorbeugenden Untersuchung, bei der dieser
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Augeninnendruck
gemessen und der
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Sehnerv
auf etwaige Schäden untersucht wird. Wenn ein Glaukom rechtzeitig erkannt wird, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Klassisch ist die Verordnung von Augentropfen, die den zu hohen
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Augeninnendruck
senken. Auch eine Operation kann helfen. Allerdings muss dem Patienten bewusst sein, dass das Sehvermögen danach nicht besser wird - in der Therapie des Glaukoms geht es darum, ein Schlechterwerden zu verhindern und das zu bewahren, was an Sehkraft noch vorhanden ist. Deswegen ist es so enorm wichtig, die Krankheit möglichst in einem frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln.

 

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